Nachdem ich nachts festgestellt hatte, daß alle Straßen, Wege und Pfade, die von der Bundesstraße abgingen, gleich heißen und die Hausnummern nicht in der üblichen Reihenfolge vergeben sind, sondern nach Baujahr, ich außerdem meinem Navi blöderweise mehr vertraut hatte als der mitgeschickten Anfahrtskizze - in die ich besser vorher mal hineingeguckt hätte - kam ich dann aber doch auf dem schönen Gehöft der Hesslings an. Bei Tageslicht sah das dann so aus:



Das Tipi! Ohne es geht Jürgen nicht aus dem Haus. Marco und mir war es eine gemütliche Schlafstätte, uns allen bot es den romantischen Raum für die Feuer- und Schnaps-mit-Bierrunde.
Nun regnete es und war ziemlich kalt. Frühstück im Freien mußte aber sein, weils Spaß macht. Und so luden wir auf die Tafel, was drauf ging.
Dann waren alle da und die Räder konnten abgeladen werden.
Schließlich ging die Radtour los. Es begann pünktlich zu regnen.
Wir radelten zur Ems und trafen dort einen Trupp Kanuten, der flußabwärts unterwegs war. Bei der Gelegenheit erfuhren wir, daß dort nur 70 Boote pro Tag entlangschippern dürfen, angeblich. Was man mit den 71 ff Skippern macht, blieb unerwähnt.
Da hielten wir kurze Rast. Ich glaube, es hatte jemand Schnaps dabei.
Und weiter ging es auf den Pättkes.
Eine Zeit lang fragte ich mich, was wohl in diesen riesigen Behältern sein könnte, die Andreas und Jürgen da auf dem Rücken mit sich schleppten. Und diese Büchse hinten drauf...
Und immer strampeln, kurbeln...

Und da steht sie, mitten in den grauen Regenschleiern, die Hütte, Herberge für frierende aber gut gelaunte Biker:
Und jetzt erfuhr ich, was in den beiden Riesenbehältnissen so alles war. Denn Jürgen deckte den Tisch mit den feinsten Sachen bis hin zu einem 2002er Bordeaux, zu dem sich Käse, Baguette und französische Salami gut machten. Gemüse, Obst, Fisch, alles war da:
Und die Büchse - ist ein Ofen, denn ein Tässchen Tee mußte sein!
Nachdem wir uns alle aufgewärmt und unsere Lebensgeister wieder erweckt hatten, ging es weiter auf den Pättkes. Hier befuhren wir einen typisch westfälischen Kreuzweg entlang der letzten Stationen vor dem Hügel Golgatha, der im Wald schwach zu erkennen ist:
Später dann verließen unseren Präsi die Kräfte, wenngleich er die offroadigen Wege noch geschafft hat. Über den Asphalt mußten wir ihn die letzten Meter schieben. Ham wir gerne gemacht!
Tja, und schon war sie vorbei, nach 5 Stunden und gut 30 km. Wir kamen wieder zurück auf den Hof, wo wir das größte Schweinchen ersteinmal sauber machen mußten.
Und noch einen:
Heinz und Theo erzählen sich, was Westfalen sich eben so erzählen, während vor ihren Augen ein Hamburger gesäubert wird:
Andreas vergräbt unterdessen auf dem Acker die Kochabfälle:
Gekocht wurde auch, wie Tom in Teil 1 der Geschichte ja schon erzählt hat.
Wir haben den Eimer 2 mal frisch gefüllt und aufs Feuer gestellt. Nix blieb übrig. Dann fielen wir in die Freßnarkose und verbrachten den Rest des Abends - genau! - im Tipi in einer feuchtfröhlichen Feuerrunde. Einige trotzten der Natur und tranken unter freiem Himmel ihr Bier oder was auch immer sonst noch da war. Die Nacht war nicht lang und die Schlußrunde am nächsten Mittag viel zu kurz.
Ich bin dann also wieder nach Hause gefahren und habe seither so einen angenehmen Duft in der Nase, so eine Mischung aus Tipi mit Qualm innendrin, Hessling-Korn, Heidschnuckenfell und ... nee, das lassen wir jetzt.
Es war eine der schönsten Touren mit dem DLC, und der macht nur schöne Touren !
Andreas